
Strukturelle Unterschiede: Der Unterschied liegt in der Dicke
Der offensichtlichste Unterschied zwischen konvexen und konkaven Linsen liegt in ihrer geometrischen Form. Konvexe Linsen sind in der Mitte dicker und an den Rändern dünner; je nach Krümmung der beiden Oberflächen lassen sie sich in drei Formen unterteilen: doppelt konvex, flach konvex und konkav-konvex (halbmondförmige konvexe Linsen). Sie ähneln einer „in der Mitte gewölbten Scheibe“ und können parallele Lichtstrahlen zu einem Punkt „bündeln“. Im Gegensatz dazu ist eine konkave Linse in der Mitte dünner und an den Rändern dicker; sie umfasst Strukturen wie doppelt konkave, flach konkave und konvex-konkave (halbmondförmige konkave) Linsen. Sie gleicht einer „in der Mitte eingedrückten Scheibe“ und bewirkt, dass sich parallele Lichtstrahlen „ausbreiten“.
Dieser scheinbar einfache Unterschied in der Dicke bestimmt in Wirklichkeit den grundlegenden Unterschied in den optischen Eigenschaften beider Linsen.
Optisches Wesen: Das Wechselspiel von Konvergenz und Divergenz
Konvexe Linsen wirken konvergierend auf Lichtstrahlen. Parallele, zur Hauptoptischen Achse einfallende Lichtstrahlen werden nach zweimaliger Brechung durch die Linse in einem Punkt gebündelt – dem realen Brennpunkt (F). Da die Lichtstrahlen diesen Punkt tatsächlich durchqueren, werden konvexe Linsen auch als „konvergierende Linsen“ bezeichnet. Was die Bildgebung betrifft, so variieren die Abbildungsgesetze konvexer Linsen je nach Objektentfernung: Befindet sich das Objekt außerhalb der doppelten Brennweite, entsteht ein auf dem Kopf stehendes, verkleinertes reales Bild (z. B. bei einer Kamera); bei einer Entfernung, die der doppelten Brennweite entspricht, entsteht ein auf dem Kopf stehendes, gleich großes reales Bild; zwischen der Brennweite und der doppelten Brennweite entsteht ein auf dem Kopf stehendes, vergrößertes reales Bild (z. B. bei einem Projektor); innerhalb der Brennweite entsteht ein aufrechtes, vergrößertes virtuelles Bild (z. B. bei einer Lupe). Diese Eigenschaft macht die konvexe Linse zum Kernelement der allermeisten Abbildungssysteme.
Im Gegensatz dazu bewirkt die konkave Linse eine Streuung der Lichtstrahlen. Parallele Lichtstrahlen werden durch die konkave Linse gebrochen und streuen nach außen; ihre umgekehrten Verlängerungslinien laufen an einem Punkt auf derselben Seite wie die Lichtquelle zusammen – dem virtuellen Brennpunkt. Da die Lichtstrahlen diesen Punkt nicht tatsächlich durchqueren, werden konkave Linsen auch als „divergierende Linsen“ bezeichnet. Konkave Linsen erzeugen bei jedem Objektabstand ausschließlich ein aufrechtes, verkleinertes virtuelles Bild und verfügen somit über eine relativ eingeschränkte Abbildungsfähigkeit. Gerade diese „verkleinernde“ Eigenschaft macht sie zur ersten Wahl bei der Korrektur von Kurzsichtigkeit – durch die vorzeitige Divergenz der Lichtstrahlen wird der vor der Netzhaut liegende Brennpunkt auf die Netzhaut verschoben, wodurch wieder scharfes Sehen ermöglicht wird.
Anwendungsbereiche: Die jeweiligen optischen Funktionen
Aufgrund der oben genannten optischen Eigenschaften unterscheiden sich die Anwendungsbereiche der beiden Linsenarten erheblich. Konvexe Linsen werden häufig in Lupen, Objektiven und Okularen von Mikroskopen, Ferngläsern, Objektiven von Foto- und Videokameras, Projektoren, Lichtbündlern sowie in Brillen zur Korrektur von Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit eingesetzt und übernehmen dabei die zentrale Funktion, Licht zu bündeln und Bilder zu vergrößern. Konkave Linsen hingegen werden hauptsächlich in Brillen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit eingesetzt – die Kurzsichtigkeitsgläser, die weltweit von fast der Hälfte der Bevölkerung getragen werden, basieren auf konkaven Linsen als grundlegender optischer Einheit. Darüber hinaus spielen konkave Linsen eine unverzichtbare Rolle in den Okularen von Galilei-Fernrohren, bestimmten Strahlaufweitungssystemen und Vorrichtungen zur Kompensation von Lichtwegen.
Erwähnenswert ist, dass in hochpräzisen optischen Systemen konvexe und konkave Linsen häufig kombiniert werden, um komplexe Linsengruppen zu bilden, mit denen mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden können, darunter Vergrößerung, Korrektur von Bildfehlern und Kontrolle der Dispersion. Klassische Konstruktionen wie Doppel-Gauß-Objektive und telezentrische Linsen sind allesamt Beispiele für das raffinierte Zusammenspiel dieser beiden Linsenarten.
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Vergleichskriterien |
Konvexe Linse |
Konkave Linse |
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Brennweite |
Positiver Brechungsindex, konvergierende Linse |
Negativer Brechungsindex, divergierende Linse |
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Abbildungsmerkmale |
Kann reelle und virtuelle Bilder erzeugen; kann vergrößern/verkleinern |
Kann nur aufrechte, verkleinerte virtuelle Bilder erzeugen, kann allein keine reellen Bilder erzeugen |
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Eigenschaften des Strahlengangs |
Parallel einfallende Lichtstrahlen konvergieren nach der Brechung zur optischen Achse und bilden einen reellen Brennpunkt |
Parallel einfallende Lichtstrahlen divergieren nach der Brechung nach außen und bilden einen virtuellen Brennpunkt |
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Gängige Materialien |
BK7, Quarzglas, ZnSe (Infrarot) usw. |
BK7, Quarzglas, ZnSe (Infrarot) usw. |
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Typische Anwendungen |
Mikroskope, Fernrohre, Kameraobjektive, Projektoren, Fernrohre |
Brillen für Kurzsichtige, Okulare für Galilei-Fernrohre, bestimmte Strahlaufweitungssysteme |
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Beschichtungen |
AR |
AR |
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